Müssen – Wollen – Möchten

Wir müssen so viel in unserem Leben … zumindest denken wir das. Aber das stimmt so gar nicht. Es gibt tatsächlich wenig – vielleicht sogar gar nichts – was wir wirklich müssen. Alles, was es gibt, sind Entscheidungen und Konsequenzen.
Ich muss nicht arbeiten, um Geld zu verdienen. Wenn ich es nicht tue, hat es halt die potentielle Konsequenz, dass ich auf der Straße lebe. Oft ist diese Konsequenz unerwünscht. Das bedeutet aber nicht, dass wir arbeiten und Geld verdienen müssen. Es bedeutet, dass wir arbeiten und Geld verdienen wollen, um ein von uns gewünschtes Ergebnis zu erhalten und einen gewissen Lebensstandard zu bewahren. Aber macht das wirklich einen unterschied, ob ich arbeiten gehen muss, oder ob ich arbeiten gehen will

Dafür eine kleine Übung:
Setzen Sie sich entspannt auf einen Stuhl. Schließen sie die Augen. Atmen Sie tief durch.
Jetzt nehmen Sie eine Haltung ein für folgendes Wort: ‚Ich muss!
Jetzt nehmen Sie eine Haltung ein für ‚Ich will!
Jetzt nehmen Sie eine Haltung ein für ‚ Ich möchte‚.
Gibt es Unterschiede zwischen diesen Haltungen?

Ich muss fühlt sich meist angestrengt an. Als würde äußerer Druck für innere Unruhe sorgen.
Ich will beinhaltet oft mehr intrinsische Aktivität, die darauf wartet, in fokussiertes handeln umgewandelt zu werden.
Ich möchte hat derweil ein klares Ziel vor Augen, ohne großen Druck, es zeitnah zu erreichen.

Also ja. Es macht einen Unterschied, ob ich Handlungen als von außen aufoktroyiert oder intrinsisch motiviert wahr nehme. Und es macht einen Unterschied, ob ich einen harten Fokus habe, oder ob ich mich flexibel auf äußere Impulse einstellen kann, ohne mein Ziel au den Augen zu verlieren. Es hat sogar direkten Einfluss auf unser körperliches Spannungsniveau. Wenn also das nächste Mal der Gedanke kommt, dass etwas gemacht werden muss, lohnt es sich vielleicht, ihn zu hinterfragen. Vielleicht ist es ja einen Wollen.

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