11.06.2022 private Lesung

Ich bin am 11.06.2022 zu einem Geburtstag eingeladen, bei dem die Veranstalterin sich explizit gewünscht hat, dass ich eines meiner Märchen vorlesen soll. Es ist noch nicht ganz klar, ob ich „Milas Gebet„, „Der Pfad zum Herzen“ oder „Die kleine Tänzerin“ vorlesen soll. Alle diese Märchen haben etwas für sich, die Frage ist nur, welches davon wohl für das Setting am angemessensten sein wird.

Der Geburtstag selbst war erst am 12.07, aber es war geplant, im größeren
Rahmen rein zu feiern. Dadurch fanden die Meisten Veranstaltungspunkte
- wie auch meine Lesung - am 11.06. statt. Die Wahl der Veranstalterin war
letztlich auf "Die kleine Tänzerin" gefallen. Es blieb lange unklar, wann
ich meinen Auftritt haben würde, aber gegen Elf Uhr kam dann die konkrete
Aufforderung und ich bereitete mich vor.

Ich saß in Gewandung mittig auf der Tanzfläche auf einem Stuhl und hatte
ein Mikrophon vor mir. So las ich das Märchen vor. Es war schwer, in den
Gesichtern der Zuhörer zu lesen, da es das erste Mal war, dass sich das
Publikum nicht wirklich freiwillig dazu entschieden hatte, mir und meiner
Geschichte zuzuhören. Aber es schien, als seien alle in der Lage, sich mehr
oder weniger darauf einzulassen. Einige schlossen die Augen. Andere schauten
mich an. Hin und wieder lehnten sich Pärchen aneinander an oder fassten sich
an den Händen. Manche schenkten der Geschichte ein Lächeln. Am schönsten aber
fand ich persönlich den Blick, den ein junger Vater seinen beiden Söhnen
(neun und zehn Jahre alt) zuwarf. Die Jungs wirkten ganz aufmerksam und
hörten scheinbar zu. Und der Vater beobachtete sie und sein Blick lief über
vor Zuneigung. Das war schön anzusehen.

Die Lesung selbst war durchwachsen. Ich hatte immer mal wieder ein paar
Momente, in denen ich etwas unkonzentriert war und mich verhaspelte. Aber
größtenteils bin ich ganz zufrieden. Und ich hatte unglaublich viel Spaß
daran, dieses Märchen vorzulesen. Durch den kindlichen Kontext und die
vielen unterschiedlichen Figuren, die im häufigen verbalen Austausch sind,
ist dieses Märchen sehr lebendig und facettenreich vortragbar.

Impressionen:

Meine Gewandung

27.09.2022 Niederzwehrener Märchentage

Ich wurde angefragt, Teil der diesjährigen 11. niederzwehrener Märchentage zu sein und habe gerne zugesagt. Daher werde ich am 27.09. einmal um 9:00 und einmal um 10:00 in der Aula der Johann-Amos-Comenius-Schule in Kassel für Kindergartenkinder aus meinen Büchern vorlesen. Meine aktuelle Wahl für die Lesungen ist „Die kleine Tänzerin„. Eine Geschichte über unerwartete Freundschaften, die für die Altersgruppe gut geeignet sind, aber auch für ältere Zuhörer einen Zauber bergen können. Daher freue ich mich über jeden, der kommt, um im stimmungsvollen Ambiente der Niederzwehrener Märchentage für eine Weile zu lauschen.

Die Lokation war schnell gefunden und die Schule schien gut zu sein.
Herr Bühnemann, der Leiter der dortigen "Schul- und Bereichsbibliothek"
begrüßte mich, führte mich herum und zeigte mir den Ort der Lesung. Diese
sollte in der Schulaula statt finden. Ein Stuhlkreis war schon aufgebaut
und ich konnte mich problemlos einrichten.

Da diese Lesung mit Kindergartenkindern statt finden würde, hatte ich im
Vorhinein etwas Sorge gehabt, dass der doch nicht allzu kurze Text meines
Märchens die Aufmerksamkeitsspanne überfordert. Daher hatte ich mir eine
Auswahl an kleinen Objekten mitgebracht: Eine Spieluhr, eine handvoll
Holzfiguren, eine Puppe, eine Figurine, einen Teddy, ein Stoffpferd und
ein Spielzeugflugzeug. Wer das Märchen schon kennt bemerkt vielleicht,
dass all diese Dinge in der Geschichte vorkommen und der kleinen Tänzerin
auf ihrem Weg begegnen. Sie sollten den Kindern einen realvisuellen Anreiz
bilden, um der Geschichte besser folgen zu können.

Ich war aufgeregt, wie das sich wohl gestalten würde. Natürlich hatte ich
auch schon jüngere Leute im Auditorum gehabt, aber noch nie ein nur derart
junges Publikum. Natürlich habe ich auch Kindermärchen im Sortiment (hier
nenne ich häufig "Die schlaflose Prinzessin", "Der zauberhafte Silbersee" und
"Das zerbrochene Herz") aber letztlich sind meine Märchen eher für Erwachsene.
Formell war "Die kleine Tänzerin" für ab fünf Jahre geeignet. Aber es ist
extrem schwer, genaue Altersempfehlungen zu geben.

Trotz all dieser Überlegungen und Unsicherheiten klappten beide Lesungen
hervorragend! Zuerst kam die "Kita Matthäuskirche" mit einer kleinen Gruppe
mit etwa zwölf Kindern. Die Kinder waren aufmerksam und machten gut mit.
Natürlich flocht ich in den Geschichtsfluss immer mal wieder Fragen ein,
damit die Kinder etwas zurück geholt wurden. So fragte ich sie, ob sie die
jeweiligen Figuren, von denen ich gerade erzählt hatte, sehen würden.
Und stets zeigten sie auf den Teppich vor mir. Genau dafür hatte ich die
Objekte ja mitgebracht. Als die Geschichte zuende war, lud ich die Kinder
zu mir ein, damit sie sich mal die Figuren, von denen sie ja gerade gehört
hatten, anzuschauen. Das schien sehr gut anzukommen.

Es folgte eine Gruppe der "Kita Niederzwehren". Der Ablauf war formell der
gleiche: Parallel zum Lesen lud ich die Kinder immer mal wieder zur
Interaktion ein. Wie auch schon bei der ersten Gruppe fragte ich - als "das 
große Wesen" den Auftritt hatte, was das wohl sein könnte. Und als die Kinder
nicht drauf kamen ließ ich sie einen Finger vor sich strecken, dann zu sich
drehen und schließlich auf ihre eigene Nase zeigen. Dann erklärte ich, dass
sie selbst das große Wesen seien. Jeder von ihnen. Wie auch schon bei der
ersten Gruppe war auch die zweite Gruppe die gesamte Geschichte über recht
aufmerksam und dabei. Natürlich wurden sie gegen Ende unruhiger und ein
bisschen hibbelig, aber das war vollkommen angemessen. Und auch diese Gruppe
- die knapp zwanzig Kinder zählte - durfte nach der Lesung nach vorne kommen
und mit den Gegenständen spielen.

Bei beiden Gruppen gab es beim Spielen jeweils ein Kind, dass sich nicht zu
mir nach vorne traute. Beide Male war meine unterstützende Begleitung so
aufmerksam, die Kinder auf eine eigene Art mit einzubinden. So wurde die
kleine Spieluhr zu den jeweiligen Kindern gebracht und kurz aufgezogen.
Generell fanden die Kinder es sehr schön, als die Spieluhr aufgezogen wurde.

Was ich sehr schön fand war, dass die begleitenden BetreuerInnen meinten,
dass die Kinder sehr aufmerksam und ganz dabei gewesen seien. Da ich noch
nicht so viel Erfahrung mit dieser Altersgruppe hatte und als vortragender
Künstler eher die absolut normalen Momente der Unruhe mitbekommen hatte,
tat mir diese Rückmeldung extrem gut. Denn es zeigt, dass sowohl die
Geschichte als auch meine Art des Vortragens die Kinder erreicht haben.

Letztlich hoffe ich, dass die Lesung und das Märchen den Kindern Vergnügen
gemacht hat und vielleicht sogar ein paar von ihnen noch eine Weile als eine
positive Erinnerung begleitet. Mir jedenfalls hat diese neue Erfahrung sehr
viel Freude gemacht und ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit.

Impressionen:

Mein Outfit

 

Outfit meiner Begleitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20.06.2020 Ausstellung „drastisch plastisch“

In meiner Ausstellung „drastisch plastisch“ bespiele ich in dem „Kunst(T)Raum“ Holzminden. Diese Ausstellung begann am 20.06.2020 und war – mit den gängigen pandemischen Vorsichtsmaßnahmen – in der Oberen Straße 12 in Holzminden zu besuchen.

Der „Kunst(T)Raum“ Holzminden gehört zu einer Initiative des vom TransZ. TransZ wiederherum ist ein Forschungsvorhaben von vier Hochschulen, das sich zum Ziel gesetzt hat, einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation und Weiterentwicklung urbaner Zentren zu leisten. Dabei geht es um die Stärkung von Akteuren vor Ort und um die Förderung von sozialen, ökonomischen und ökologischen Innovationen. Auch die HAWK (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst) von Hildesheim, Holzminden und Göttingen ist Teil dieser Forschungsgruppe, die unter dem Motto „Gemeinsam für eine starke Altstadt“ Perspektiven für die Zentren entwickelt. Der „Kunst(T)Raum“ Holzminden selbst soll ein Ort der Kommunikation und des Austausches sein. Er soll nicht nur als Begegnungsstätte für Bewohner und interessierte Besucher dienen, sondern ebenfalls als Arbeits- und Ausstellungsraum von kreativen Köpfen genutzt werden.

Da der „Kunst(T)Raum“ einen eher natürlichen Charme hat, entschloss ich mich, bei dieser Ausstellung eine rustikalere Seite meiner Kunst zu zeigen. Entsprechend fiel meine Wahl auf meine Halbplastiken und meine Bleichshirts als zentraler Teil der Ausstellung. Ergänzt wurden diese Projekte mit handwerklichen Arbeiten. Denn ursprünglich war geplant, neben der Ausstellung auch Seminare anzubieten. Ich bot an, Kurse im Korbflechten, in der Arbeit mit Speckstein oder im Formen von Gips-Handskulpturen zu veranstalten. Alles Kurse, die natürlich auch separat buchbar sind. Leider sind durch den Ausbruch von Corona die Kurse sind nun vorerst – ebenso wie eine Vernissage – leider nicht mehr möglich. Neben Erzeugnissen dieser kunsthandwerklichen Techniken waren auch von mir gefertigte LarpKostüme auf von Kaufhaus Schwager geliehenen Schaufensterpuppen ausgestellt.

Es war mal wieder eine sehr interessante Erfahrung, eine Ausstellung zu organisieren. Dazu kommt weiterhin, dass „drastisch plastisch“ seit der in 2009 statt gefundenen Ausstellung „Junge Kunst“ in der NordLB in Holzminden meine erste Einzelausstellung war. Wieder in Holzminden und doch vollkommen anders. Die Veränderungen in mir und meiner Kunst zu betrachten, die zwischen diesen beiden Ausstellungen statt gefunden hat, ist durchaus interessant. Und ich bin sehr neugierig, wohin mich dieser Weg noch führen wird.

Ein besonderer Dank zu dieser Ausstellung gild Claudia und Burkhard Geller-Wollentin, die mich bei der Organisation und dem Aufbau sehr unterstützt haben. Auch gilt mein Dank den örtlichen Unterstützern: TransZ, der Kunst(T)Raum und Kaufhaus Schwager, die mich auf die eine oder andere Art unterstützt haben. Auch freue ich mich über meine erneute Erwähnung in der örtlichen Zeitung.

Ein herzliches Danke für die Fotos an Claudia Geller-Wollentin

Juni-Juli 2009 Ausstellung „Junge Kunst“

Ich lebte von meinem ersten bis zu meinem einundzwanzigsten Lebensjahr in Holzminden. Diese Stadt hat meine Kindheit, mein Leben und mich sehr geprägt. Auch jetzt noch bin ich – unter anderem durch meine familiäre Anbindung – recht oft in Holzminden. Und ich verbinde mit dieser Stadt unzählige Erlebnisse und Anfänge. So begannen dort im Januar 2020 meine Märchendinner und auch waren dort die ersten Buchhandlungen – Papierus und Hinrichsen – die meine Bücher in ihr Sortiment aufnahmen. Dadurch bleibt diese Stadt auch in meinem Erwachsenenalter für mich eine Stadt der „ersten Male“.

Eines dieser ersten Male war mein Ausstellungsdebüt in 2009. Ich war mit der Schule fertig und bereitete mich darauf vor, meine Reise zum Studium nach Nürtingen anzutreten – eine mir ebenfalls sehr lieb gewordene kleine Stadt. Und ich dachte mir, dass ich mich von Holzminden verabschieden will. Ich wollte für mich ein Zeichen setzen. Daher entschloss ich mich, eine „Abschiedsausstellung“ zu machen. Für mich war es, als würde ich der Stadt meiner Kindheit zeigen, wie sie mich geprägt hat, was sie aus mir gemacht hat und wie sie mich nun in die Welt entlässt. Ein Danke sollte es sein. Und die Frage an Holzminden, ob es zufrieden sei mit dem, was es über die Jahre hinweg geprägt hat. Also bereitete ich die Ausstellung vor.

Ich bat die Nord/LB in Holzminden, ob sie meine Werke ausstellen würden und wählte dann Gestaltungen aus dem Zeitraum 2003 – 2009. Dabei achtete ich darauf, dass diese Auswahl sowohl Bleistiftzeichnungen – von Gegenständen bis Portraits – als auch Aquarell und Acryl (sowie ein paar weitere Materialien) im ausgewogenen Maß zeigte. Aus vielen der Bilder bin ich mittlerweile heraus gewachsen. Aber es gibt auch einige, auf die ich nach wie vor ganz zeitlos stolz bin. So wie eine meiner ersten guten Aquarellarbeiten „Ein Stürmischer Tag im Gras“ oder mein „Schrotthaufen von Ottersberg„, bei dem ich mich im Rahmen eines Hochschulenbewerbungsgespräches an Objektzeichnung herantraute. Meine drei liebsten Holzkohleelfen „Mother„, „Soul“ und „Hope„, die auch jetzt noch in dem gerahmten Triptychon von eben jener Ausstellung eingefasst sind. Genau wie „Niemals ungesühnt„, eine meiner ersten Din A1 Gouach-Malereien, das auch jetzt noch in seinem Rahmen von damals hängt. Von diesem Bild gab es übrigens auch extra dafür gedruckte Karten. Ebenso von „Broken Egg – Broken Home„, „Stony Angel“ und „Hope„. Neben diesen Karten gab es auch einen kleinen Ausstellungsführer und ein Gästebuch, das ich selbst in weißes Kunstleder eingefasst hatte.

Als die Ausstellung – die ich „Junge Kunst“ benannt hatte – schon eine Weile lief, kam ein Journalist, der mir ein paar Fragen zu der Ausstellung stellte. Und am 21.07.2009 in der örtlichen Zeitung einen sehr schönen Artikel über mich raus brachte.

Es war damals ein Abenteuer für mich, diese Ausstellung zu organisieren, und für viele Jahre blieb es auch die einzige „Einzelausstellung“, die ich machte. Es war eine bereichernde Erfahrung und eine kostbare Erinnerung, die meine damalige Zeit in Holzminden stimmig abschloss.

Die Fotos dieses Beitrages sind übrigens größtenteils Privatfotos des vorbereitenden Prozesses.

13.11.2010 Tag der offenen Tür

Unser Semester sollte im Rahmen des Tags der offenen Tür unsere Hochschule HKT künstlerische Erzeugnisse ausstellen. Da es noch relativ früh im Studium war und ich nicht besonders viel Erfahrung damit hatte, fiel meine Wahl auf eine Kombination von vier Selbstportraits, die ich von Fotos abgezeichnet hatte. Hierbei ordnete ich die Portraits so an, dass sie mit den Blicken spielten und diese mehr oder minder weiterleiten.

Zu der Ausstellung gehörten außerdem Handouts, also Hefte, in denen jeder die Möglichkeit hatte, sein Kunstwerk zu beschreiben. Hierbei waren die vier Hefte, die mit Nylon an der Decke befestigt waren, damit sie einen freischwebenden Eindruck erzeugten, unterschiedlich. Das Semester war zu dieser Zeit noch so groß, dass weniger Hefte nicht gereicht hätten.

Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich seit dem große künstlerische Fortschritte gemacht habe, vor allem im Bereich des (Selbst)Portraits. Aber es war der Beginn meines Studiums und ich war noch fleißig am Lernen.

14.07.2011 Kunstpräsentation

Mein Studium der Kunsttherapie an der HKT in Nürtingen dauerte vier Jahre (2009-2013). Die ersten Jahre hatten wir einen Kunstprofessor, der uns in die Grundlagen einführen sollte: Im ersten Semester Zeichnung, dann ein Semester Malerei und schließlich ein Semester Plastik. Im vierten Semester sollten wir frei und selbstständig arbeiten. Dadurch sollten wir am Ende des vierten Semesters eine eigene künstlerische Identität weit genug ausgebildet haben, um uns einen künstlerischen Schwerpunkt bei speziell gebildeten Professoren zu wählen, die uns die letzten zwei Jahre begleiten sollten. Meilenstein dieses Wechsels war eine Ausstellung, in der alle Studenten unseres Semesters in den Räumlichkeiten unserer Hochschule eine gemeinsame Ausstellung vorbereiten sollten.

Die ersten drei Semester genoss ich sehr und lernte eifrig. Das vierte Semester war für mich ungleich härter, weil ich so viel Kreativität und Vielfältigkeit in mir hatte, dass es mir sehr schwer fiel, mich zu auf eines zu fokossieren. Dies führte dazu, dass ich am Ende des vierten Semesters mehrere Projekte hatte, die irgendwie alle zu mir gehörten, aber nicht wirklich unter einem Begriff zusammenzufassen waren. Daher kristalisierte sich heraus, dass die Fragestellung meiner Installation den Kunstbegriff als Solchen umkreiste: Was ist eigentlich Kunst? Um diese Weitheit des Kunstbegriffs deutlich zu machen, nahm ich vier Bereiche meiner Arbeit heraus: Malerei (Semesterleinwand), Traumfänger, ein Buch (die erste und private Auflage von „Die unscheinbare Fee“ mit integriertem „Gästebuch„) und Fotografie (mein Projekt „geschenktes Herz„). Ich stellte sie einander gegenüber und wollte die Frage provozieren, ob nun eins wirklich „besser“ oder „mehr Kunst“ ist, als die anderen.

Ich wählte nach dem vierten Semester übrigens eine Professorin für Drucktechniken. Dort lernte ich dann Holz- und Linoleumdruck, sowie Ätzradierung. Allerdings erkannte ich bald, dass es für mich am anregendsten war, Ätzradierung mit Kupfer- oder Zinkplatten zu machen. Dabei ging es aber stehts um die geätzten Metallplatten, nicht um ihre Abzüge.

22.07.2013 Bachelorprüfung in Kunst

In jedem Modul meines Studiums der Kunsttherapie musste ich eine Abschlussprüfung ablegen – so auch im künstlerischen Bereich. Die Prüfung beinhaltete, dass alle Studenten eines Jahrgangs eine große, gemeinsame Ausstellung organisieren sollten, die sich über die ganze Stadt erstreckte. Überall gab es Geschäftsleute, die sich dazu bereit erklärten, einem oder mehreren Studenten des etwa dreißig Personen umfassenden Jahrgangs Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Und nach der Vernissage konnten die Besucher der Ausstellung(en) durch Nürtingen wandern, auf der Suche nach immer neuen und grundverschiedenen künstlerischen Installationen.

Da sich jeder Student absolut individell ausdrücken konnte, fiel meine Wahl damals auf eine Darstellung meiner künstlerischen Vielfalt. Zentrum meiner Installationen, die sich in einer kleinen Nische eines Ateliers befand, war mein „Zelt„, wie ich es liebevoll nenne. Dies ist ein pompöses Kleid mit einem Unterrock von einem Meter Durchmesser, das aus vollkommen „gewöhnlichen“ Künstlermaterialien gefertigt ist: Leinwand und Gaze. Der Halsschmuck dieses Kleides war ein aufwändig gefertigtes „Collier“ aus kleinen Metallmuttern, die durch Ätzradierung mit einem Ornamentenmuster versehen wurden. Hinter dem Kleid stand ein mit Pastellkreide auf Sperrholz gemalter Spiegel, in dem sich eine Person, die das davor stehende Kleid trug, zu dem Betrachter umschaute. Flankiert wurde dieses Werk von zwei Vorhängen, auf denen ein Gedicht eingestickt war, das durch die Doppellagigkeit – erneut von Leinwand und Gaze – nur schwer zu entziffern war.

Was hat sich die Künstlerin dabei gedacht? Wie bereits erwähnt sollte dieses Werk meine Vielfältigkeit in sich vereinen. Auch, wenn die Professoren mir mehrfach – verständlicherweise – zur Reduktion geraten hatten, hatte jeder einzelne Teil dieser Installation eine besondere Bedeutung. Das Kleid stellte zugleich die mir wichtige künstlerische Ausdrucksform des Nähens dar, als auch meine Hingabe zum Romantischen – daher erinnert das Kleid an eine Mischung zwischen Prinzessinnen- und Hochzeitskleid. Zugleich sollte es aber auch die Schönheit im Alltäglichen zitieren. Denn wie pompös das Kleid auch wirkt, so ist es doch aus „gewöhnlichem Material“. Dieses Material für sich ist wiederherum eine Hommage an die Kunst: Leinwand ist für die malerische Kunst kaum wegzudenken. So wird die Kunst mitsamt ihren alltäglichen Materialien durch das aufwändige Design des Kleides sowohl aufbewertet als auch in den Fokus gerückt. Der Spiegel symbolisiert das Mögliche des Unmöglichen, das auch mehrfach in meinen Märchen behandelt wird. Zugleich ist er ein Zitat auf meine zahlreichen Pflastermalerwettbewerbe in Bodenwerder, zu denen ich damals jährlich in die Heimat zurück kehrte. Und nebenbei war Pastellkreide damals auch ein von mir sehr häufig und gerne benutztes Material. Die Vorhänge wiederherum zitieren – durch das gemeinsame Material – das Kleid, rahmen die Installation ein und bringen durch das Gedicht weiterhin meine literarische Hingabe zur Erwähnung, die sich mittlerweile sehr deutlich in der Veröffentlichung meiner Märchenbilderbücher zeigt.

Übrigens: Was wenig bekannt ist, dass ich diese Installation Jahre später in Form des Märchens „Das Mädchen im Spiegel“ wieder aufnehme. Darin geht es um ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, das sich in spiegelnden Flächen stets überaus fein gekleidet sieht. Zumindest so lange, bis sie tatsächlich ein fein wirkendes Kleid (aus Sackleinen und Glas) trägt, und sich plötzlich in ihrer normalen, ärmlichen Gestalt gespiegelt sieht.

09.03.2020 Märchendinner

Nachdem das erste Märchendinner am 30.01.2020 bei da Franco von den Bewohnern Holzmindens so wundervoll aufgenommen worden war, haben wir uns entschlossen, am 09.03.2020 eine Nachfolgeveranstaltung anzubieten. Der Kartenvorverkauf startet am 07.02.2020 bei da Franco. Dieses Mal werde ich „Vom Geheimnis der Zeit“ vorlesen.

Leider fiel diese Lesung aus. Ähnlich wie die Leipziger Buchmesse in der 
gleichen Woche fiel auch mein literarisches Event den aktuellen Umständen zum
Opfer.

Ich danke aber trotzdem für Jenen, die Interesse hatten und kündige hier schon
einmal einen Folgetermin im Herbst 2020 an. Zwar ist der genaue Termin noch
nicht fest geplant, aber er ist bereits angedacht und mit daFranco besprochen.

Impressionen:

21.12.2019 Interview beim TAH

Am 20.12.2019 bin ich in Holzminden, um mich dort bei da Franco bezüglich des Märchendinners im Januar mit dem Täglichen Anzeiger Holzminden für ein Gespräch zu treffen.

Das Gespräch mit Herr Specht vom TAH war durch und durch angenehm. Wegen der
doch eher spontane Terminveranschlagung war es laut Herrn Specht mehr ein
ungezwungenes Kennenlerngespräch als ein Interview, aber für mich war das so
absolut stimmig.

Wir trafen uns im da Franco, wo dann ja auch Ende Januar das Märchendinner
statt finden wird. So lernte ich nebenbei auch die mir bis bislang nur über
Mail und Telefon bekannte Veranstalterin Johanna Gabriel und die geplanten
Räumlichkeiten kennen. Dort unterhielten wir uns dann über die geplanten
Veränderungen im da Franco, die angesetzte Lesung und meine Märchen.
Ich hatte die Gelegenheit, einen Einblick in meine Geschichten und mein
Verständnis davon zu geben. Ob mir das gelungen ist wird sich dann in dem
Artikel herausstellen, der vermutlich erst Anfang 2020 erscheinen wird.

Was mich angeht, bin ich sehr zufrieden mit dem Gespräch. Ich habe das Gefühl,
dass es sowohl Johanna als auch mich in unserem Vorhaben bestätigt hat. Und
ich bin mehr als neugierig, wohin mich das noch führen wird.

Zum Abschluss des Treffens übergab ich da Franco noch einige meiner Bücher in
Kommission. Nun können sowohl hungrige und neugierige, als auch ganz konkret
interessierte Holzmindener, die das Restaurant besuchen, auch gleich
meine Bücher erwerben ;-)

Impressionen folgen …

Am 15.01.2019 war es dann so weit und mein Artikel erschien in der ördlichen
Zeitung, dem TAH. Ich weiß nicht, was ich erwartet oder erhofft habe, aber das,
worauf ich stieß, übertraf meine kühnsten Träume: Ich war auf der Titelseite!
Herr Specht hatte aus unserem Interview einen einfühlsamen und  umfassenden
Artikel geschrieben, in dem ich mich sehr gut repräsentiert fühle.
Er hat den Fokus des Artikels gut gewählt, mich gezeigt, meine Komptenzen gut
präsentiert und auch sehr deutlich gemacht, dass die Märchenbilderbücher 
altersungebunden sind - was sie besonders für Erwachsene empfehlenswert macht.
Und er hat auch jene erwähnt, die mich vor Ort bei meinem Büchern unterstützen.
Dazu gehören neben meiner Mutter und da Franco nun auch die Buchhandlungen
Papierus und Hinrichsen, die ich nun dankbar und glücklich zu meinen
Partnern zählen darf.
Abschließend sei gesagt, dass ich mit diesem Artikel sehr zufrieden bin.
Ich fühle mich sehr glücklich, stolz und dankbar. Und ich bin neugierig,
wohin der Weg meiner Bücher von diesem Punkt aus weiterführen wird.

Hier die Printartikel

30.01.2020 Märchendinner

Am Donnerstag den 30.01.2020 ist in Kooperation mit dem Restaurant „da Franco“ in Holzminden ein leckeres und stimmungvolles Märchendinner mit mir als Vortragende geplant. Gelesen wird an diesem Abend „Der Weg zu den Sternen„. Ein wunderschönes Märchen zu dem Thema Sehnsucht und dazu, seinen eigenen Weg zu finden.

Das Format des Märchendinners war eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich kam am
Vorabend in das Restaurant, um alles für die Lesung vorzubereiten. Dazu gehörte
auch das Aufstellen einer kleinen Bühnenkonstruktion, die ich mir extra
anlässlichfür dieses Events gebaut hatte und die sicherstellen sollte, dass
die Gäste an den hinteren Tischen mich auch sehen konnten. Auch hingen wir
eine Leinwand auf, an der später die Illustrationen des Buches mit einem Beamer
angestrahlt wurden. Diese technische Bereicherung sorgte im Vorhinein zu
ziemlichen Umständen, zahlte sich bei der Lesung selbst aber absolut aus.

Am Abend der Lesung befand ich mich bereits im Raum, um die Gäste zu begrüßen,
die um 18:30 eingelassen wurden. Meine Mutter, die mich auch bei diesem Event
kräftig unterstützte, ging durch die Reihen und lud die Gäste ein, sich während
der Wartezeit bereits die Bücher anzuschauen, bis alle eingetroffen waren.
In dem Raum war an drei großen Tafeln für 32 Leute gedeckt. Es war für mich
überwältigend, als all diese Gäste schließlich da waren und mir klar wurde,
dass sie alle wegen mir gekommen waren. So kannte ich es bisher nicht.
Aber es fühlte sich gut an und ich war geehrt.

Als alle Gäste Platz genommen hatten und ihren Aperetiv genossen, hielt die
Veranstalterin Johanna Gabriel eine kleine Ansprache, in der sie unter anderem
auch in die Struktur des Abends blicken ließ. Und sie teaserte die einzelnen
Gänge, die aber bis zu ihrem Auftischen ein leckeres Geheimnis blieben.
Anschließend begrüßte ich die Gäste und sagte selbst ein paar Worte.
Dann verabschiedete ich mich und wünschte den Gästen einen schmackhaften ersten
Gang. Es gab einen frischen Salat in einem Teigkorb. Da ich das Vergnügen
hatte, an einem Tisch abseits des Raumes das Menü ebenfalls genießen zu können,
kann ich absolut fundiert sagen, dass die gewählten Speisen sehr lecker waren.
Die übrigen Gänge waren Penne alla Norma, Rinderfilet mit Kartoffelschaum
so wie Blätterteig mit weißer Cafecreme und Waldfrüchten. Es war alles
sehr lecker, überaus wertig und besonders, sodass dass es den Abend
perfekt abrundete.

Nach dem ersten Gang kehrte ich zurück und las das erste Drittel der für diese
Veranstaltung gewählten Geschichte: Der Weg zu den Sternen.
Ich hatte bei der Wahl des Märchens extra darauf geachtet, dass es lang genug
war, um zwischen den Gängen anständige und spannende Handlungsstränge zu haben,
und bei den Gängen positiv pausierte. Denn es wäre wirklich unpassend gewesen,
wenn der traurige Nachgeschmack eines Leseteiles einen negativen Einfluss
auf die Gänge gehabt hätte.

So verlief dann auch der weitere Abend: Die vier Gänge wechselten sich mit
den drei Leseteilen ab. Jeder Gang schmeckte grandios und jeder Leseteil schien
die Gäste zu erreichen und in eine mystische Welt zu entführen, die ein kleines
Stück außerhalb ihres so vertrauten Alltages war.
Es war ein schönes und erfüllendes Erlebnis, meine Zuhörer in dieses Märchen
hinein zu begleiten. Und es war angenehm, später die eine oder andere positive
Rückmeldung dazu zu bekommen, wie geeignet meine Stimme für diese Art des
Erlebens war und wie gut ich das gemacht hatte. Und natürlich auch, wie
überaus angenehm, anregend und tief das Märchen gewesen war.
Das erzeugte bei mir den Eindruck, dass die Gäste mit dem Abend überaus
zufrieden waren. Und wirklich war der allegmeine Konsens bei den Gästen,
den Veranstaltern und mir, dass es ein rundum gelungener Abend gewesen war.

Für mich, die ich bisher nur Lesungen kannte, die an einen Markt
angegleidert sind, war es eine vollkommen neue Erfahrung, dass Menschen
konkret für eines meiner Märchen zu mir kommen.
Natürlich war es noch einmal eine ganz neue Herausforderung, als meine
bisherigen Auftritte, aber ich habe Spaß daran gehabt und habe den Abend in
all seinen Aspekten sehr genossen.
Und wer weiß? Vielleicht wird daraus nun ein Format, das ich in Zukunft
häufiger erleben kann. Die Veranstalterin Johanna Gabriel und ich liebäugeln
zumindest mit einem Folgetermin.


Nachtrag: Wir haben uns für einen Folgetermin am 09.03.2020 entschieden.
Und ich möchte mich herlich beim TAH für seine schöne Nachbeschreibung
des Events bedanken, den sie sowohl digital als auch - am 06.02.2020 -
analog veröffentlichten.

Impressionen:

Meine Gewandung

Ein herzliches Danke für die Fotos an Claudia Geller-Wollentin.